Pökelspritzenkasten

Wohl schon wenige Jahre nach dem Einsalzen etwa von Fisch, der dann zum Stockfisch wurde, und dem Räuchern von Fisch und Fleisch scheinen die Menschen das Marinieren erfunden zu haben, vielleicht zunächst auch nur, um den etwas strengen Geschmack von Wildschwein oder von nicht mehr ganz so frischem anderen Fleisch oder auch die Herkunft des Bratens zu überdecken, wie es wohl für den Rheinischen (Pferdefleisch-) Sauerbraten der Fall gewesen sein mag.

Ein großer technologischer Sprung war die Möglichkeit, das Fleisch nicht mehr nur in der Marinade „zu baden“, das Salz außen um das Fleisch zu schichten, sondern Salz und Aromen direkt in das Fleisch zu spritzen. Endlich konnte man das Fleisch durch Pökeln mit Pökelsalz recht zuverlässig längere Zeit aufbewahren; man konnte dem Braten auch eine ganz neue Geschmacksnote geben, wie es unsere amerikanischen Freunde mit der mop sauce beim „richtigen“ BBQ im smoker durchaus erfolgreich machen.

Die Anforderungen an eine solche Pökelspritze sind ganz überraschend ziemlich hoch: mein erstes Modell aus gediegenem Plastik habe ich nach dem ersten Versuch gleich entsorgt. Mein zweites Modell habe ich nach einem ersten Versuch mit einem Edelstahlkolben aus einer örtlichen Dreherei drastisch aufgerüstet: der neue Kolben war teurer als das ganze Gerät. Den anschließenden zweiten Nutzungsversuch musste ich abbrechen: es ist arg kontraproduktiv, wenn die mop sauce mit Essig, Salz, Chili nicht im Schweinefleisch landet, sondern am undichten Kolben nach oben auf dem Hemd, im Gesicht und insbesondere in den Augen des Bedieners landet.

Erst vor einigen Wochen fand ich diese Spritze, trotz des ungemein günstigen Preises wohl tatsächlich vollständig aus Edelstahl gefertigt, und insbesondere dicht! Alles landet im Bratenstück, wo es hingehört.

Dieses Wunderwerk der Mechanik wurde allerdings in einem völlig unzureichenden Pappkarton angeliefert, der den rauhen Küchenalltag nur wenige Minuten, allenfalls Stunden überleben wird. Ich meine, dass ein Kästchen aus Sipomahagoni mit Schiebedeckel der angemessene Aufbewahrungsort für dieses wertvolle Küchenutensil ist.

Es erscheint nicht ausgeschlossen, das Kästchen auch für andere Zwecke zu verwenden….